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Biodiversität ist elementar für die Ernährung der Menschheit

Brüchig geworden ist die biologische Basis für unsere Ernährung. Mehr als 10.000 Nahrungspflanzen hat die Menschheit über die Jahrtausende hinweg genutzt, heute sind es lediglich noch um die 150, und die wenigen noch angebauten Nahrungspflanzen gleichen sich immer mehr. 12 Arten steuern 80 Prozent zur pflanzlichen Nahrungsmittelproduktion bei.
Der enorme Sortenreichtum, den die Bauerinnen und Bauern durch Anbau und Zucht unter unterschiedlichsten Bedingungen hervorgebracht haben, schrumpfte parallel zum Siegeszug weniger weltweit verwendeter Hochertragssorten. Schätzungsweise 75 Prozent aller Nutzpflanzensorten sind bereits von den Äckern der Erde verschwunden.
Ebenfalls rasant schrumpft die biologische Basis der Tierhaltung. Seit 1900 sind weltweit rund 1.000 Nutztierrassen für immer verschwunden. Wo nur noch auf maximale Produktion gesetzt wird, gehen wertvolle Merkmale verloren – wie zum Beispiel die Eigenschaft, Hitze oder Kälte zu ertragen, mit wenig Wasser oder minderwertigem Futter auszukommen.
Die Ernährungssicherheit hängt aber nicht allein von den Nutzpflanzen und -tieren ab. Um in die Kulturpflanzen neue Eigenschaften einzukreuzen, greift die Zucht auch auf deren wilde Verwandte zurück. Das tat man zum Beispiel bei der Hirse. Ein Virus kann bei ihr massive Schäden anrichten. Züchtungsforscher haben in einer wildlebenden Gerstenart ein Resistenz-Gen gegen das Virus gefunden. Dieses wurde durch Einkreuzung in die Kulturgerste übertragen. Das Ergebnis ist eine neue Sorte, die dem Krankheitserreger Paroli bietet.

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Hans Rudolf Herren, Gründer und Präsident der Stiftung Biovision. Agrarforscher, Träger des Right Livelihood Awards (Alternativer Nobelpreis)