• grünland und obstwirtschaft
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  • versuchsfeld bei laatsch foto: mario wezel
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Wo wir sind

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann, sagte der französische Maler und Schriftsteller Francis Picabia. Und der Vinschger Wind, will man hinzufügen, ist hier, damit Menschen geistig durchlüften. Kreativ, eigensinnig und künstlerisch sollen die Vinschger sein. Abdrift ist nicht nur wegen des im Obervinschgau fast ständig wehenden Oberwindes ein Thema, sondern auch, weil durch den aus dem Mittelalter stammenden Brauch der Realteilung landwirtschaftliche Grundparzellen oft weniger als einen halben Hektar groß sind. Das macht die Nachbarschaft von konventionell und biologisch wirtschaftenden Bauern, auch wegen unterschiedlicher Wirtschaftsformen wie Obst, Gemüse und Getreideanbau oder Viehhaltung und den damit verbundenen unterschiedlichen Erntezeiten äußerst kompliziert. Der Wunsch, mehr Vielfalt auf den Äckern des Obervinschgau zu generieren und nicht nur Menschen, sondern auch vielfältigen Pflanzen und Tieren gesunden Lebensraum zu bieten, konkurriert mit den wirtschaftlichen Interessen größerer Genossenschaften und Verbände, die vor allem mit Monokulturen ihre Existenz sichern und deren wirtschaftlicher Erfolg seit über 40 Jahren das Leben zahlreicher Südtiroler Obstbauen bestimmt. Eine Umkehr zu mehr Vielfalt bedeutet auch ein Hinterfragen bisher gültiger Paradigmen: Auf Feld und Acker, in den zahlreichen Äpfel-, Kirsch- oder Beerenanlagen und in den Köpfen der Menschen, die hier wohnen.